Ort des Wissenstransfers: Das InnovationFestival 2025
Beitrag zur Hightech-Agenda Deutschland als Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft
Wie kann Deutschland wieder mehr Innovationskraft entfalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt des InnovationFestival 2025, das am 17. und 18. September über 600 Forschende und Unternehmende auf den Campus Bielefeld zog. Zwei Tage lang wurde sichtbar, wie eng Wissenschaft und Wirtschaft in Ostwestfalen-Lippe zusammenarbeiten, um Zukunftsthemen gemeinsam voranzutreiben. Mit Themen von Künstlicher Intelligenz über Gesundheit und Pflege bis hin zu klimaneutraler Energie und Mobilität bot das Festival einen praxisnahen Einblick in die Innovationskraft der Region und setzte damit ein starkes Zeichen im Sinne der Hightech-Agenda Deutschland.
Ein Campus voller Innovation
Über den gesamten Campus verteilt, luden rund 70 Vorträge, Workshops und Ausstellungen dazu ein, Neues zu entdecken und auszuprobieren. Innovation wurde hier erlebbar – von Führung und Organisation über KI-Strategien bis zu interaktiver Medizintechnik.
Prof. Dr. Jan Schilling von der Hochschule Bielefeld zeigte in seinem Workshop, wie Unternehmen ihre Personalgewinnung und Organisationsentwicklung stärken können. Eine Teilnehmerin lobte:
„Obwohl ich zu Personal- und Organisationsentwicklung schon wirklich viel kenne, war das auf sehr hohem Niveau, wissenschaftlich tief und dabei extrem praxisnah. Alle im Raum von Geschäftsführung bis Trainee waren sich einig: Davon kann ich was mitnehmen!“
Parallel dazu verdeutlichte Prof. Jürgen Sauser im Workshop „Digitale Transformation: Die Fabrik der Zukunft“, wie sich KI-Strategien konkret in der Produktion umsetzen lassen. In der Projekthalle der HSBI konnten die Teilnehmenden die „Fabrik von 2030“ erleben, in der intelligente Assistenzsysteme Prozesse in Echtzeit analysieren.
„Diese Technologien sind keine Science-Fiction, sondern jetzt verfügbar“, betonte Sauser. „Der Unterschied liegt im Mut, bestehende Prozesse zu hinterfragen. KI und digitale Transformation sind keine ‚Nice-to-have‘-Projekte mehr, sie sind überlebenswichtig für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen.“
Auch Ralf Weinbrecher, CTO der AGFEO GmbH & Co. KG, unterstrich den direkten Nutzen:
„Besonders wertvoll für uns war der praxisnahe Austausch zu KI und Digitalisierung in der Produktion. Wir haben direkte Anknüpfungspunkte gefunden, die wir nun in Workshops mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vertiefen wollen.“
Transfer mit Geschmack: Innovation zum Anfassen
Zwischen Workshops und Vorträgen wurde die zentrale Ausstellungsfläche zum lebendigen Treffpunkt. Rund 20 Aussteller:innen präsentierten ihre Projekte, von Forschungsinitiativen bis zu Transferangeboten der Hochschulen.
Ein Publikumsmagnet war die Eisstation am Transferstand, wo ungewöhnliche Sorten wie Mango-Kokos-Zimt oder Pizza-Eis mit Tomate und Basilikum ausprobiert werden konnten. Das Motto: Mut und Kreativität lohnen sich, egal ob bei neuen Geschmackskombinationen oder in der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft.
Wenn Forschung den Alltag berührt: Medizin, Gesundheit und Pflege
Am zweiten Festivaltag öffneten zahlreiche Labore und Showrooms ihre Türen. In der Biobank OWL erklärten Forschende, wie Blut- und Gewebeproben zur Entwicklung personalisierter Therapien beitragen. Das Hebammenstudium der Hochschule Bielefeld zeigte mit Augmented-Reality-Trainings, wie praxisnah angehende Hebammen ausgebildet werden – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie traditionelle Kompetenzen und digitale Technologien zusammenfinden.
Ein Highlight war der Showroom „Interaktive Assistenz in Medizin und Pflege“ der Universität Bielefeld. Besucher:innen konnten hier moderne Unterstützungssysteme testen, die von Prävention über Rehabilitation bis zur Therapie reichten. Besonders beliebt: die kleine Therapie-Robbe Paro, die mit Geräuschen und Bewegungen auf Interaktion reagiert.
„Man kann sich gut vorstellen, wie Menschen mit Demenz auf Paro reagieren“, berichtete eine Besucherin. „Die Bewegungen machen neugierig. Selbst als Erwachsene macht es Spaß, mit der Robbe zu interagieren.“
Isabel Klemme aus der AG Interaktive Robotik in Medizin und Pflege betonte:
„Für uns Forschende ist es besonders wertvoll, Ideen aus der Praxis aufzunehmen und gemeinsam umzusetzen. Der direkte Austausch hilft uns, Lösungen zu entwickeln, die wirklich im Alltag von Pflege und Medizin ankommen.“
Stimmen aus Forschung und Praxis
Prof. Dr. Natalie Bartholomäus, Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung der Hochschule Bielefeld, zog ein positives Resümee:
„Das InnovationFestival zeigt eindrucksvoll, wie Forschung und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten können. Die Stimmen unserer Teilnehmenden machen deutlich, dass hier nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch unmittelbar angewendet wird."
Prof. Dr. Dario Anselmetti, Prorektor für Studium und Lehre der Universität Bielefeld, ergänzte:
„Wir wollen unsere Forschung noch sichtbarer machen und zeigen, wie gut sich wissenschaftliche Ergebnisse mit den Bedarfen der Wirtschaft verbinden lassen. Das InnovationFestival ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie beide Seiten voneinander profitieren.“
Ein Teilnehmender brachte es abschließend auf den Punkt:
„Mein Eindruck vom Festival: Das Momentum ist da. Viele wollen Veränderung. Jetzt geht es darum, Innovationen so zu gestalten, dass sie echten Nutzen stiften. Ich bin inspiriert zurückgekommen und freue mich auf die nächsten Schritte."
Datum für das InnovationFestival 2026 steht bereits fest
Nach der erfolgreichen Premiere wird das InnovationFestival fortgesetzt: Am 15. und 16. September 2026 verwandelt sich der Campus Bielefeld erneut in einen Ort des Austauschs zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel bleibt es, Forschende und Unternehmende zusammenzubringen, neue Kooperationen zu fördern und den Campus als zentralen Knotenpunkt für Wissens- und Technologietransfer in der Region Ostwestfalen-Lippe weiter zu stärken.